Evolucion o muerte – Evolution oder Tod! Kein Spruch trifft auf die derzeitige Situation so gut zu, wie dieser leicht abgewandelte Spruch der kubanischen Revolution. Es ist nicht viel übrig von der tollen Entwicklung, die der SV Pasching in den letzten 6-7 Jahren durchgemacht hat. Eine Fanszene hat sich entwickelt, der Dorfclub sich in der Bundesliga etabliert und viele Menschen einen wichtigen Lebensinhalt gewonnen. Aus einem von tausenden Vereinen die unser Land überziehen, ist für eine kleine aber feine Gruppe etwas ganz besonderes geworden. Mehr als ein Hobby, das Geld und vor allem Zeit verschlingt, ein Eckpfeiler im Leben. Bis dann der verhängnisvolle 31. März 2007 kam! Es war der Anfang vom Ende. Der Präsident, den so manche Stimme im Waldstadion als absolut größenwahnsinnig bezeichnet und sein lächerliches Gefolge verkündete erste Pläne zur Übersiedlung nach Kärnten. Das Unglück nahm seinen Lauf und man stand dem Treiben einer Person mit scheinbar unendlichen Geltungsbedürfnis fassungslos, ja beinahe paralysiert gegenüber. Der Tiefpunkt und für viele das Ende war der 10. Mai, als sich Grads getreue Schäfchen für 3 Millionen Euro, die irgendwo zwischen dem Kärntner Landesbudget und den Privatkonten zu versickern scheinen und gegen den eigenen Club entschieden.
Die Tatsache, dass das propagandistische Kunstgebilde des oberösterreichischen Juristen von Peinlichkeit zu Peinlichkeit schlittert (Stichwort: Wir wollen Sie Herr Bubenik), ist kein echter Trost. Und trotzdem sollte den absoluten Leistungsträger an dieser Stelle einmal gedankt werden, dass sie den Weg nach Kärnten nicht mitgehen. Selbst ein Wechsel zum LASK hat mehr mit Ehrlichkeit und Anstand zu tun als den Weg ins orange Kernland mitzugehen. Pepi Schicklgruber hat sich ebenso gegen den Wechsel an den Wörthersee entschieden wie Ernst Dospel. Und Christian Mayrleb konnte mit seinem „Nein“ zum SKAKK einige Sympathien zurückgewinnen.
Doch zurück zu den eigentlich interessanten Dingen: Der neue SV Pasching ist ein vages Gebilde, weder die Ligazugehörigkeit noch die Spieler bzw. das Trainerteam steht fest. Es gibt genau eine unumstürzliche Wahrheit: Die Gruppe derer die bereit ist sich auf den beschwerlichen Prozess zur Umgestaltung des Clubs bereit erklärt, ist vernichtend gering. Aber es wird im Fußballdorf keine Revolution geben, es bedarf einer Evolution, eines langsamen Entwicklungsganges. Andernfalls droht wie eingangs erwähnt der endgültige Exodus und Grad hat gewonnen. Denn bis sich der Frächter sein Gefolge tatsächlich aus Pasching zurückziehen, werden Jahre vergehen. Eine zu lange Zeit um dann noch den Weg wieder zu finden. Jedem der sich nun voll Abscheu abwendet (man kann es angesichts der handelnden Personen niemanden verübeln), MUSS bewusst sein, dass der Schritt für immer ist. Es gibt keine reelle Chance oder Möglichkeit zurück! Deshalb steht jetzt abermals eine Entscheidung an: Versucht man dem SVP ein Gesicht zu geben oder gibt man auf. Jeder des immer kleiner werdenden Grüppchens muss sich im Klaren sein, wie wichtig es ist, eine aktive Opposition im Waldstadion zu sein. Evolucion o muerte! |