Der orange-angehauchte SK Austria Kelag Kärnten konnte zur Einweihung der Hypo-Group-Arena 2:1 gegen die Wiener Veilchen gewinnen und so den drittletzten Platz festigen bzw. den Vorsprung auf die taumelnden Innsbrucker ausbauen. In den Umfragen profitierte das BZÖ seit der „panem et circenes“-Aktion laut Expertmeinung durchaus und legte einige Prozentpunkte zu. Soweit zur derzeitigen Situation des Feel-Good-Plastik-Clubs im Süden unseres Landes. Vor den Toren von Linz sieht die Sachlage etwas anders aus. Nämlich bei weitem trauriger. Geplante Revolutionen finden bekanntlich selten statt und so war die Initiative eine Veränderung durch Mitarbeit zu erwirken zum Scheitern verurteilt. Da sich auch der Verein trotz mehrmaliger E-Mail-Anfragen taub stellte, erstickte jede Aufbruchsstimmung bereits im Keim. Doch auch von den früheren treuen Südtribünen-Besuchern war nicht gerade besonders viel Unterstützung zu spüren und so blieb die Idee einer absoluten Minderheit unter den SVP-Anhängern das was sie immer war: Ein bloßes Hirngespinst.
So lässt sich in Pasching deshalb ein tristes Bild zeichnen. Zwar ist man in Sachen Zuschauergunst in der zweiten Landesliga (schon erschreckend für einen Verein, der sich letztes Jahr beinahe für den Europa-Pokal qualifiziert hätte) mit Sicherheit ein Aushängeschild und auch sportlich ist die Mannschaft das „Inter Mailand“ unter den Amateurclubs. Aber eine Fanszene existiert nicht mehr. Ein Teil wanderte zum sehr erfolgreichen LASK Linz ab, andere schworen dem Fußball generell ab und der Rest befindet sich in einer Art Wartestellung. Die Frage „should I stay or should I go“ kann also noch nicht wirklich abschließend beantwortet werden. Lichtblick für die letzte Gruppe und selbstverständlich auch für jene Unbeirrbaren, die sich von Grad Machenschaften nicht abschrecken ließen ist momentan Fußballgott Edi Glieder. Der Held der glorreichen Jahre und wohl größte Pasching-Spieler aller Zeiten hat auch heute noch das Zeug die Augen zahlreicher Anhänger zum Leuchten zu bringen. Dass er es auch sportlich noch immer drauf hat, zeigen seine zahlreichen Treffer in den ersten paar Runden.
Doch alles in allem wurde einfach sehr viel zerstört. Die jahrelange Aufbauarbeit in der Vorstadt wurde zugunsten politischer Machenschaften eines politischen Auslaufmodelles und dem finanziellen Erfolg eines Transporteurs vernichtet. Eine echte Aufbruchsstimmung ist ebenso wenig zu spüren wie ein baldiger Abgang von „Jetzt-doch-wieder-Präsident“ Franz Grad. Ein abschließendes Urteil der aktuellen Bestandsaufnahme des Dorfclub-Geschehens: Eine glatte Vier minus, die aber auch nur aufgrund des sportlichen Erfolgs zustande kommt. |